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Was ist Schicksal wirklich?

27. Sept.
3 Min. Lesezeit

Schicksal. Ein Wort, das die meisten Menschen mit etwas verbinden, das ihnen passiert. Etwas, das von außen kommt, das man nicht beeinflussen kann, das einen manchmal trifft wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Aber was, wenn ich dir sage, dass Schicksal etwas ganz anderes bedeutet? Etwas, das nicht gegen dich arbeitet, sondern mit dir?

Lass uns gemeinsam auf dieses Wort schauen, denn es hat mehr zu erzählen, als die meisten ahnen.



Geschickt und geschickt

Im Deutschen steckt in „Schicksal“ das Wort „schicken“. Und „geschickt“ hat im Deutschen zwei Bedeutungen, die selten zusammengedacht werden:

  • Die eine: mit etwas ausgestattet, gesendet, versehen

  • Die andere: begabt, fähig, talentiert


Genau darin liegt der Schlüssel. Wir sind alle mit etwas geschickt worden. Mit einer Prägung, einem Thema, einer Wunde, einer Gabe, einem Muster, das uns durch dieses Leben begleitet. Und das, womit wir geschickt wurden, ist zugleich das, worin wir geschickt sind, auch wenn es sich manchmal ganz anders anfühlt.

Das Schwere, das du trägst, ist kein Zufall und keine Strafe. Es ist ein Werkzeug, das dir mitgegeben wurde. Und meistens ist es genau dieses Werkzeug, das dich am Ende heilt.


Und dann ist da noch die Silbe „-sal“

Schaut man noch genauer hin, entdeckt man noch eine zweite Spur. Die Endung „-sal“ taucht im Deutschen nur in wenigen, sehr alten Wörtern auf: Mühsal, Trübsal, Labsal. Immer beschreibt sie einen Zustand, der aus etwas entstanden ist, das einem widerfahren ist. Etwas, das sich zu einer bleibenden Verfassung verdichtet hat.

Schicksal ist also wörtlich das, was aus dem Geschicktwerden entsteht: der Zustand, in dem wir landen, wenn wir das, was uns mitgegeben wurde, tragen, ausleben oder eben verdrängen.

So gesehen ist Schicksal kein Ereignis, sondern ein Ergebnis. Und an einem Ergebnis lässt sich immer weiterarbeiten.


„Was du nicht bewusst machst, erscheint im Leben als Schicksal.“  (C. G. Jung)

Genau das erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder. Solange ein Muster unbewusst bleibt, wiederholt es sich. Sobald es ans Licht kommt, wird aus der Last eine Wahl.


Ein Beispiel aus der Praxis

Eine Klientin kam zu mir, weil sie sich ihr ganzes Leben lang für alle verantwortlich fühlte. Für die Stimmung im Raum, für das Wohl anderer, für Dinge, die nie ihre Aufgabe waren. Sie nannte es ihren Fluch.

In der Reinkarnationstherapie zeigte sich, wie tief dieses Muster reicht und woher es kommt. Aber das Entscheidende kam danach. Genau diese Fähigkeit, so fein zu spüren, was in anderen vorgeht, wurde zu ihrer größten Stärke sobald sie lernte, sie bewusst einzusetzen statt sich von ihr auffressen zu lassen. Das, womit sie geschickt wurde, war zugleich das, worin sie geschickt war. Sie musste es nur zurückerobern.

So erlebe ich es immer wieder. Das Thema, das jemand am meisten verflucht, ist oft genau das, worin die Heilung liegt.




Was tun mit dem, womit du geschickt wurdest?

Vielleicht fragst du dich jetzt, was das für dich bedeutet. Ein paar Fragen, die du dir stellen kannst:

  • Was zieht sich wie ein roter Faden durch dein Leben, auch wenn du es lieber loswerden würdest?

  • Wo hast du das Gefühl, immer wieder an denselben Punkt zu kommen?

  • Was, wenn genau dort auch deine größter Schatz, deine Kraft verborgen liegt?


Schicksal bedeutet nicht, dass alles vorherbestimmt ist und du nichts tun kannst. Es bedeutet, dass du mit etwas ausgestattet wurdest, das eine Richtung weist. Was du daraus machst, liegt bei dir.


„Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen schleift es.“  (Seneca)


Dein Schicksal ist ...

... ein Auftrag, den du annehmen darfst. Und manchmal braucht es einen Blick von außen, um zu erkennen, womit du eigentlich geschickt wurdest und wie viel Kraft genau darin steckt.


Wenn du spürst, dass da ein Muster ist, das sich wiederholt, und du herausfinden möchtest, was es dir eigentlich sagen will, begleite ich dich gerne dabei.


Herzliche Grüße

Deine Birgit 💚

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