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Gesetz des Geschlechts

Die zwei Prinzipien des Lebens

 

Das Geschlecht ist in allem. Alles hat seine männlichen und weiblichen Prinzipien. Das Geschlecht äußert sich auf allen Ebenen.

 

Das Gesetz des Geschlechts ist das am häufigsten mißverstandene der sieben Gesetze – weil es nichts mit biologischem Geschlecht oder Sexualität zu tun hat. Es beschreibt zwei universelle Prinzipien, die in allem vorhanden sind und einander ergänzen: das aktive, ausstrahlende, schaffende Prinzip – und das empfangende, nährende, bewahrende Prinzip.

Beide sind in jedem Menschen vorhanden, unabhängig von Geschlecht oder Identität. In verschiedenen Kulturen tragen sie verschiedene Namen: Yang und Yin, Logos und Eros, Solar und Lunar. Es geht um Balance – nicht um Dominanz eines Pols über den anderen.

 

Was Ungleichgewicht bedeutet

Eine Person, die zu stark im aktiven Prinzip lebt – immer tun, immer leisten, immer voran – verliert den Kontakt zum Empfangen, zur Stille, zur Intuition. Eine Person, die zu sehr im empfangenden Prinzip verharrt – wartend, passiv, ohne eigenen Impuls – verliert die Kraft zur Gestaltung.

Heilung im Sinne dieses Gesetzes bedeutet: beide Prinzipien in sich zu halten und je nach Situation das zu aktivieren, was gebraucht wird. Das ist eine tiefe Form innerer Reife.

In einer Welt, die das aktive Prinzip fast ausschließlich bewertet, ist die Wiederbelebung des empfangenden Prinzips – des Innehaltens, des Zuhörens, des Fühlens – oft der wirkungsvollere Schritt.

 

Viele Menschen kommen in die Beratung oder Therapie, weil das aktive Prinzip sie erschöpft hat. Die Erlaubnis, auch zu empfangen – Unterstützung, Stille, Fürsorge – ist manchmal der erste und wichtigste Schritt.

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